Fake Happiness – Probleme mit dem Internet teilen?

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Fake Happiness ist momentan ein Thema, dass sich vor allem auf YouTube rasend schnell verbreitet – spätestens seit Pewdiepie und Casey Neistat darüber gesprochen haben.

Fake Happiness beschreibt das Phänomen, dass sich viele YouTuber gezwungen fühlen, in ihren Videos immer positive Stimmung zu vertreten und rund um die Uhr happy zu sein. Ihr Zuschauer haben sie abonniert, weil sie an ihrem scheinbar perfekten Leben teilhaben wollen und wahrscheinlich auch, um sich selbst ein bisschen abzulenken.

Falls diese YouTuber sich in einem Video dann doch mal traurig zeigen oder sich über etwas aufregen, sehen sie sich oft sehr viel Kritik ausgesetzt. Das führt dann dazu, dass sie diese Happy Blase aufrecht erhalten, obwohl sie sich vielleicht ziemlich deprimiert oder verzweifelt führen. Also eine Fake Happiness kreieren und vor der Kamera eine Art Maske aufsetzten.

Mit der Zeit wird das natürlich eine zusätzliche Belastung, weil man sich eigentlich tagtäglich verstellen muss und eigentlich gar nicht mehr man selbst sein kann. In dieser Größenordnung ist das natürlich ein wirklich heftiges Beispiel, aber ich denke, dass sich jeder YouTuber und Blogger Gedanken darüber macht, in welchem Ausmaß er negatives mit seinen Lesern oder Zuaschauern teilt. Der Grund muss dabei auch nicht immer Angst vor Kritik oder Unverständnis sein. Man teilt einfach lieber positive Sachen mit der Welt. Zu wissen, dass man gerade seine Probleme, gut lesbar für jeden, im Internet veröffentlicht ist da nochmal eine andere Sache.

Außerdem haben die meisten Leute ihre eigenen Probleme. Wenn sie auf Blogs oder YouTube stöbern, sind viele eher auf der Suche nach Berieselung und Ablenkung und möchten nicht zusätzlich mit negativen Aspekten belastet werden. Das Internet ist ein Rückzugsort, an dem man sich doch meistens dem Alltag entziehen möchte.


Fake Happiness is a topic that is currently all over social media – especially since huge YouTubers like Pewdipie and Casey Neistat talked about it in their videos.

Fake Happiness describes the phenomena that many YouTubers feel forced to represent a perfectly happy lifestyle 24/7. Their viewers subscribed to their channels because they want to take part in this „perfect“ life and maybe to distract themselves from their own everyday life. If the respective YouTuber appears sad or angry in a video they are often faced with a lot of criticism. This leads them to create kind of a fake happiness. They put on a mask and might show themselves as happy as always even though they may feel the complete opposite.

After a while this can be an additional burden because they can’t really be themselves but are constantly acting. Of course it is quite an extreme example because some of those YouTubers and bloggers have a huge audience. However I think that any blogger has to think about the extent they want to share negative parts with their followers. The reason isn’t necessarily the fear of criticism. It is generally easier to share good news with the web. Knowing that your problems are online and literally everyone could read about them is a whole other story.

Furthermore most people have to deal with their own problems. If they flick through blogs and Youtube videos they are rather looking for distraction than being confronted with even more problems. The web is their save haven to forget about daily life.

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Diese Punkte würden bisher eigentlich alle zu dem Schluss führe, dass man am besten nur über schöne und freudige Erlebnisse berichten soll. Aber wo bleibt dabei dann die Authentizität? Ich finde es schwierig immer nur eine heile Welt vorzuspielen, wenn man sich eigentlich nicht danach fühlt. Ich verstehe auch, dass das viele Youtuber auf Dauer kaputt macht, wenn sie sich zu diesem Schauspiel gezwungen fühlen. Jeder Mensch hat schlechte Tage und es ist irgendwo auch falsch, seinen Lesern zu vermitteln, dass es eben nicht so ist. Deshalb finde ich es auf der einen Seite auf jeden Fall wichtig, auch über schwere Zeiten und Probleme zu schreiben.


The before mentioned things should literally lead to the conclusion that it is best to only share happy and positive experiences and thoughts. But if so: Where is the authenticity? In my opinion it is difficult to show the perfect happy world while your personal life might be an absolute chaos. I totally get why some Youtubers break under that burden. Everyone has bad days and it is just wrong to hide it from the viewers. Therefore I think that somehow it is also important to talk about difficult topics.

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Was ich allerdings unglaublich schwer abzuschätzen finde, ist in welchem Maß man diese Probleme thematisieren sollte. Denn wenn ein Blogger/YouTuber konstant am jammern und nörgeln ist, wird es am Ende jedem geduldigen Follower zu viel.

Außerdem gibt es immer schlimmer Situationen, als die, in der man selbst gerade steckt. Wenn man darüber jammert zu viel Arbeiten zu müssen, muss man sich auch immer vor Augen halten, dass andere vielleicht liebend gerne arbeiten würden, aber keine Möglichkeit dazu haben.

Wenn man sich über eine Erkältung beschwert, liest vielleicht jemand den Beitrag, der gerade eine viel schlimmere Krankheit hat.

Es ist wirklich schwierig zu entscheiden, in wie weit man negatives mit dem Internet teilt. Ich habe mich auch immer noch nicht 100% entschieden, wie ich das in Zukunft halten möchte.

Gerade deshalb würde mich eure Meinung zu dem Thema sehr interessieren!


What is really hard to assess is to what extend one should address problems and negative thoughts. If bloggers and Youtubers are moaning about anything it can easily get too much even for the most patient follower.

Furthermore there are always way worse situations than what you are currently experiencing. If your are complaining about working too much you have to keep in mind that there is always someone who would love to work but doesn’t have the possibility. If you’re moaning about a cold there might be someone with a severe illness reading your blogpost.

It is really hard to decide what to share with the online world and what not to. I still haven’t made up my mind to a 100% how I want to do it in the future.

This is why I would be really interested in your thoughts about this topic!

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Boots – Clarks

Bag – Tod’s

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11 Kommentare

  1. 26/01/2017 / 19:22

    Sehr guter und ehrlicher Beitrag! Ich kann Dir vollkommen zustimmen. Ich glaube auch, dass es wahnsinnig belastend ist, immer und jeder Zeit eine heile Welt vorzuspielen, obwohl es einem nicht wirklich gut geht. Und ich finde es auch unnötig, wenn es dann Menschen gibt, die kritisieren, dass es einem schlecht geht. Unverschämt. Klar muss man nicht über alles schimpfen und meckern, aber manchmal gibt es einfach Situationen in denen es raus muss!

    Liebste Grüße
    AnnaLucia
    http://annalucia.de/

  2. 26/01/2017 / 21:06

    Ein wirklich super toller Beitrag. Und ich muss ehrlich sagen das ich es auch sehr schwierig finde, in der Richtung den richtigen weg zu finden.
    Wünsche dir noch einen tollen Abend.
    Liebe Grüße Lisa <3
    http://www.hellobeautifulstyle.blogspot.de

  3. 26/01/2017 / 21:31

    Ein toller und sehr interessanter Beitrag. Ich denke im Internet ist es immer wichtig vor Augen zu halten dass WENIGER MEHR IST!

    Liebe Grüsse
    Dana

  4. 27/01/2017 / 17:40

    Hey, ein schwieriges Thema. Es gibt ja Blogs die schreiben ganz offen über ihre Probleme im Alltag und dann gibt es Leser, die gerade das wollen. Ein bisschen Big Brother like wie ich finde.
    Nur immer alles Happy darzustellen finde ich jedoch auch nicht richtig, das Leben ist kein Ponyhof, aber auch hier wiederum gibt es die Leser, die du beschreibst: die wollen abschalten und sich frohe Gedanken machen.
    Vielleicht ist eine gesunde Mischung gar nicht verkehrt?
    Hab ein schönes Wochenende!

  5. 28/01/2017 / 12:02

    Ein interessantes Thema, über welches du da geschrieben hast!
    Ich bin der Meinung man sollte ein Mittelmaß finden, wie man mit positiv und negativ umgeht, dennoch sollte man seine Gefühle, einen schlechten Tag, etc. nicht einfach überspielen.

    Allerliebst, Marie Celine | http://marieceliine.blogspot.de | Auf meinem Blog findet eine Blogvorstellung statt, vielleicht möchtest du ja teilnehmen.

  6. 28/01/2017 / 12:06

    Ein sehr interessanter Beitrag!
    Ich bin der Meinung man sollte ein perfektes Mittelmaß zwischen positiv und negativ Gefühlen, Gedanken, etc. auf seinem Blog widerspiegeln, dennoch nichts überspielen.

    Allerliebst, Marie Celine | http://marieceliine.blogspot.de | Auf meinem Blog findet eine Blogvorstellung statt, vielleicht möchtest du ja teilnehmen.

  7. 28/01/2017 / 15:27

    Ich finde auch, das Fake Happiness ein schwieiges Thema ist und es eine Kunst ist das Gleichgewicht zu finden. Ich teile Probleme meist dann, wenn ich denke ich kann mit dem Problem andere helfen bzw. es haben vielleicht auch andere die gleichen Probleme, so dass man sich dann gegenseitig helfen kann. Beispielsweise mit der Trennung meiner Eltern, das ist ja heutzutage, leider normal und viele können das dann nachvollziehen. Oder morgen kommt ein Post online, der über Tod/Vekehrsunfälle/Angst zu tun hat. Das ist ja was alltägliches, leider. Kannst ja mal reinschauen wenn dich das interessiert 🙂

    Liebe Grüße <3
    Jasmin

  8. 04/02/2017 / 17:32

    Liebe Carolin, super, dass du das Thema ansprichst! Ich schaue auch am liebsten Blogger/YouTuber, die auch mal schlechte Laune haben und bei denen auch nicht immer alles glatt läuft. Persönlich möchte ich meine Probleme nicht all zu sehr mit dem Internet teilen, weil auch viele Freunde und Kollegen meinen Blog lesen. 😀

    Liebe Grüße,
    Katha

    http://hirschkind-blog.de/

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