BWL Studium: 5 Dinge, die ihr darüber wissen solltet

Der Oktober bedeutet für viele Erstis Studienbeginn und damit auch der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Vielleicht steht sogar ein Umzug in eine andere Stadt und damit eine noch größere Umstellung bevor. Mittlerweile ist es unglaubliche vier Jahre her, dass ich an diesem Punkt war und auch schon wieder ein Jahr, seitdem ich meinen Bachelor in BWL abgeschlossen habe. Einige von euch fragen sich momentan also bestimmt, was im Studium auf sie zukommt und auf was sie sich einstellen müssen.

Deshalb möchte ich euch heute von ein paar Erfahrungen während meines BWL Studiums erzählen. Dabei ist alles sehr subjektiv und bezieht sich hauptsächlich auf den BWL Bachelor an der Universität Trier. BWL wird vermutlich an jeder Uni etwas anders gelehrt, auch wenn es bestimmt einige Parallelen gibt. Wenn ihr an einer anderen Uni studiert habt, würde mich sehr interessieren ob ihr da ähnliche Erfahrungen gesammelt habt.

BWL Studium: 5 Dinge, die ihr darüber wissen solltet

BWL ist ein Massenstudiengang

Super viele Leute beginnen ein BWL Studium. Die einen weil sie es wirklich wollen, die anderen weil sie nicht wissen was sie sonst machen sollen (Ich habe zu der zweiten Gruppe gehört :D). Das resultiert darin, dass meistens mehrere hundert Leute in einem Jahrgang sind und gerade in den ersten Semestern ziemlich ausgesiebt wird. Kämpft euch durch die Grundlagen durch, danach wird es ein bisschen entspannter und auch interessanter!

Durch die Größe des Studiengangs hatte ich während meines Bachelors auch nur Vorlesungen und begleitende Übungen. Seminare werdet ihr also vergeblich auf eurem Stundenplan suchen.

Klausurphase: Der Horror eines jeden Studenten

Dieser Punkt ist wahrscheinlich nicht nur auf BWLer anzuwenden, denn die Klausurphase ist bei den meisten ein totaler Ausnahmezustand. In meinem Fall war es so, dass man alle Klausuren innerhalb der ersten drei Wochen nach Vorlesungsende geschrieben hat. Diese Zeit war immer super stressig, dafür hatte man aber auch richtig lange Semesterferien.

Jedenfalls hatte ich jedes Semester entweder 6 einzelne oder 3 Doppelklausuren (2 Fächer in einer Klausur). Rechtzeitig mit Lernen anzufangen habe ich leider trotzdem nie auf die Reihe bekommen, weswegen Nachtschichten und Kaffee in der Klausurphase mein bester Freund waren.

Macht ihr es besser und fangt zumindest zwei Wochen vor den Klausuren an zu Lernen.

BWL Studium: 5 Dinge, die ihr darüber wissen solltet

Du kannst dein Studentenleben genießen

Ja, die Klausurphase ist stressig. Abgesehen davon ist das Studentenleben aber wirklich ganz angenehm. Gerade in den höheren Semestern hat man nicht mehr so viele Veranstaltungen und Anwesenheitspflicht ist in den Vorlesungen sowieso ein Fremdwort. Ich bin ab dem dritten Semester nur in die Vorlesungen gegangen, bei denen ich auch wirklich aufgepasst habe und die ich interessant fand. Die anderen Fächer habe ich mir mithilfe des Vorlesungsskripts (Wird meistens hochgeladen oder vom Lehrstuhl verkauft) selbst beigebracht. In jedem Fall hat man verhältnismäßig viel Freizeit, kann sich den Tag frei einteilen und ständig etwas mit seinen Freunden machen. Also genießt euer Studentenleben!

Hausarbeit? Kenne ich nicht

Die erste wissenschaftliche Arbeit in meinem Studium war tatsächlich meine Bachelorarbeit. Wegen meinem Auslandssemester habe ich die einzige Hausarbeit, die wir vorher zu schreiben hatten, verpasst. Ich persönlich fand das ganz gut, weil ich mit Klausuren besser klar komme und dadurch auch bessere Ergebnisse hatte. Allerdings wurde ich bei der Bachelorarbeit deswegen ziemlich ins kalte Wasser geworfen. Ein bisschen peinlich, wenn man sich im sechsten Semester zum ersten Mal mit Literatursuche beschäftigt oder an der Formatierung verzweifelt. Geschafft habe ich es am Ende trotzdem und es war das beste Gefühl die Bachelorarbeit endlich abzugeben.

Das Studium ist gut strukturiert

Bei meinem BWL Studium war es so, dass der Vorlesungsplan für jedes Semester ziemlich vorgegeben war. Man wusste genau welche Module und Kurse man zu belegen hatte und es kam so gut wie nie zu Überschneidungen im Stundenplan. Dadurch ist man zwar nicht total flexibel, hat aber immer eine gute Orientierung wo man gerade im Studium steht. Außerdem lässt sich gut abschätzen, ob ihr in eurem Tempo die Regelstudienzeit schafft (falls nicht ist das aber auch kein Beinbruch).

Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Erfahrungen einen kleinen Einblick in das BWL Studium geben. Allen, die im Oktober ein Studium beginnen, wünsche ich schon einmal einen guten Start. Ich weiß genau wie ihr euch fühlt, bei mir geht es nämlich nächsten Monat mit dem Master los.

BWL Studium: 5 Dinge, die ihr darüber wissen solltet

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22 Kommentare

  1. 26/08/2017 / 19:14

    Hui, ich muss ja gestehen, das BWL so gar nichts für mich wäre. Hochachtung!
    Liebe Grüße!

  2. 26/08/2017 / 19:28

    Ein schöner Post. Ich habe Medienwissenschaften studiert und bei mir war es total anders. Kaum Klausuren, dafür massenweise Hausarbeiten und Projekte. Und eine freie Seminarwahl, sodass man gerade in den ersten Semestern manchmal ziemlich orientierungslos ist. Da hätte ich mir mehr vom System der BWL gewünscht.
    Viele Grüße Bianca
    http://ladyandmum.blogspot.de

    • 27/08/2017 / 16:25

      Vielen lieben Dank 🙂 Das ist ja wirklich komplett gegensätzlich – verstehe auch total, dass man sich da am Anfang ein bisschen mehr Struktur wünscht!

  3. 27/08/2017 / 11:01

    Ohh ich habe wirklich den größten Respekt vor Leuten die BWL studieren. Ich habe nach meinem Kaufmännischem Fach ABI entschieden lieber ins Handwerk zu gehen. 😀

    • 27/08/2017 / 16:28

      Vielen lieben Dank 🙂
      Das ist aber auch cool! Ich finde es klasse, wenn man etwas handwerkliches macht <3

  4. 27/08/2017 / 16:24

    Wobei man von den Hausarbeiten langfristig schon mehr hat, als von diesem Fast Food Lernen auf eine Prüfung… aber kommt vielleicht auch darauf an, was man nach dem Studium macht.

    • 27/08/2017 / 16:30

      Da stimme ich dir auf jeden Fall zu! Während meines Auslandssemesters hatte ich auch mehr Projektarbeit und habe davon wesentlich mehr mitgenommen 🙂 Wobei sich viele Themen bei BWL doch eher für Klausuren eignen.

  5. 27/08/2017 / 16:56

    Ich studiere jetzt auch schon seit einem Jahr BWL, zwar an der Hochschule Pforzheim, aber BWL bleibt ja immer noch BWL.
    Wir haben zum Glück nur 30 Leute in meinem Schwerpunkt, wodurch wir ab nächstem Semester auch an Hausarbeiten ran müssen – mal gespannt wie das wird!

    xx Julia

    http://www.talesofjules.com/

  6. 27/08/2017 / 22:05

    Ich habe vor zwei Jahren mit dem Studieren angefangen. Zuerst Theologie, wo ich meine ersten MAPs (Modulabschlussprüfungen) geschrieben habe, meine ersten zwei Hausarbeiten, ein Essay und sogar Seminare hatte. Ich muss sagen, desto früher man alles lernt, desto einfacher ist es 🙂 Jetzt, bzw. seit zwei Semestern studiere ich Wirtschaft, also BWL und VWL. Das Studienfach ist auch gut überfüllt, aber es wird gefiltert, so wie in jedem Studienfach 🙂 Und ich muss sagen, dass ich BWL von der Thematik nicht leiden kann. VWL hingegen finde ich viel spannender, aber es ist natürlich Interessen abhängig 🙂 Und bis jetzt hin habe ich nur MAPs geschrieben noch keine Hausarbeit, werde wahrscheinlich auch nur eine vor meinem Bachelor schreiben :/ Aber das wird machbar sein 😉

    Wünsche dir noch schöne Semesterferien 🙂
    Liebe Grüße, magdaeva von https://lifestylemeetsmagdaeva.blogspot.de/

  7. 28/08/2017 / 08:55

    Oh, das völlige Gegenteil zu meinem Studium. Wir haben viele Präsentationen, Hausarbeiten und Lernportfolios und mittlerweile nur noch wenige Klausuren. Ich hasse Hausarbeiten so sehr und würde meistens einfach lieber eine Klausur schreiben. Aber es ist natürlich schon mal eine gute Übung für die Bachelor-Arbeit.

  8. 28/08/2017 / 11:38

    Oh Mann das wär ja nix für mich gewesen, ich habe damals Englisch und Deutsch studiert, also klassische „Laberfächer“ und fand es toll, dass ich dafür sooo unendlich viele Romane lesen konnte und das zu meiner Allgemeinbildung beigetragen hat. Irgendwie wäre sowas wie BWL echt nicht meins gewesen, hihi. Trotzdem spannend zu lesen!

    Ganz liebe Grüße,
    Ricarda von CATS & DOGS: http://www.wie-hund-und-katze.com

  9. 31/08/2017 / 15:36

    Sehr schön geschrieben! Ich hab im Bachelor auch BWL studiert und würde es immer wieder machen. Klar ist es ein Massenfach, aber man hat danach halt auch hunderte Möglichkeit und kann sich im Master nach belieben Spezialisieren. Schade, das der Ruf von BWL nicht immer der Allerbeste ist.

    Lieben Gruß aus Hamburg
    Eltje von eltjehelene.com

  10. Lena
    11/09/2017 / 00:41

    Ich mache gerade meinen Master in Mathematik und habe auch ein paar BWL Vorlesungen gehört und für uns Mathe-Leute war das immer total lustig, weil die BWLer immer an den einfachsten Sachen verzweifelt sind und die komischsten Fragen gestellt haben 😂

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